
Bericht Altenaer Kreisblatt vom 05.05.2010
Prösser: „Ülles Malerei ist voll von Poesie"
Buschmann-Ausstellung im Krankenhaus eröffnet.
Altenaerin lebt künstlerische Freiheit aus
ALTENA . Selten erlebt ein Ausstellungsbesucher eine solch große Stilbreite wie in der Ausstellung der Altenaer Künstlerin Ursula „Ülle" Buschmann. Am Dienstag wurde sie im Foyer des Altenaer Krankenhauses eröffnet. Zahlreiche Altenaer waren gekommen, denn die heimische Künstlerin ist vielen ein Begriff. Die Ausstellung bietet alles von abstrakten über gegenstandslose bis hin zu realistischen Bildern. Allesamt als Aquarell-, Acryl- oder Ölfarbenbild.
Was manch ein Betrachter vielleicht als „Künstlerin auf der Suche nach einem eigenen Stil" beschreiben würden, ist für Buschmann künstlerische Freiheit: „Ich male alles, was mich inspiriert, ohne Einengung durch Maltechniken oder -stile. Die Idee allein bestimmt, was daraus wird." Und so findet der Kunstliebhaber alles: Poetische Bilder, die kleine Geschichten erzählen und eine eigene Aussagen haben, sowie das Gegenteil davon, nämlich bunte Farbenfeldmalerei, welche die Künstlerin selbst als „kreatives Spielen mit farbigen Feldern auf Leinwand", beschreibt. Für jeden ist also etwas dabei. Begeistert zeigte sich auch Willi Prösser, der die Ausstellung eröffnete: Ülles Malerei ist voll von Poesie. Sogar in der Feldmalerei ist diese erkennbar." Bereits in frühen Jahren kam bei Ursula Buschmann die künstlerische Ader zum Vorschein. Die Mutter stellte damals mit Entsetzten, aber auch etwas Stolz fest: „Um Gottes Willen, das Kind hat malerisches Talent." Doch erst einmal sollte das Kind etwas „Gescheites" lernen. Schon früh musste sie im eigenen Malerbetrieb im Münsterland mit anpacken. Schon mit 20 machte sie ihren Meister. „Nun konnte sie beruflich mit Materialien und Farben spielen. Oft steckte sie vor Übermut ihre Arme in Tonnen mit Farbpigmenten", berichtete Prösser.
Ihr Leben lang träumte sie davon, Zeit zum Malen zu haben. Ulla Hassenpflug überredete sie, nachdem die Kinder aus dem Haus waren, ein Kunststudium zu beginnen. Prösser: „Das war ein guter Entschluss, wie ihre Bilder hier belegen".
Bis zum 20. Juni können die Werke von Ülle Buschmann im Foyer des Krankenhauses bewundert werden.
Bericht Westfälische Rundschau vom 06.05.2010
Ursula Buschmann stellt ihre Arbeiten im St. Vinzenz-Krankenhaus aus - Willi Prösser stellt Künstlerin vor
Eine echte Maler-Meisterin
Heinz Linke
Altena. Wer in diesen Tagen das Foyer unseres Krankenhauses betritt, der wird unwillkürlich gefangen sein, von den großformatigen Bildern, die den Besucher beim Eintritt in das Haus an der Steinstraße begrüßen.
Es ist aber nicht nur das große Format, das die Aufnerksamkeit des Betrachters auf sich zieht: Die Exponate sprechen vor allem auch durch ihre ausdrucksvollen Farben und klaren Formen an. Ausgestellt sind die Bilder von Ursula Buschmann.
„Wer ist Ursula Buschmann?" stellte Wlli Prösser in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung die Frage an die über 50 Erstbesucher. Nun, sie ist eine Altenaerin, die sich seit ein paar Jahren der Malerei verschrieben hat. Eigentlich war ihr das Talent zu malen schon in die Wiege gelegt worden, denn ihr Großvater, Bruno Dorhegge, war im Münsterland Kirchenmaler. Doch der Vater verstand es, das Talent von „Ülle", wie sie von Freunden genannt wird, zu unterdrücken. Ursula Buschmann musste erst einen Beruf erlernen. Was lag näher, da sie so leidenschaftlich mit Farben und Pinsel umzugehen verstand, im väterlichen Betrieb mitzuhelfen und Anstreicher zu werden. Sie machte mit 20 Jahren die Meisterprüfung und war wohl damit die jüngste Meisterin, die es je im Malergewerbe gegeben hat.
Es vergingen die Jahre: Umzug nach Altena, Ehe, Kinder und der Haushalt. Doch die damaligen Träume waren immer vorhanden und verstärkten sich ständig. Es wurde hier und da einmal zum Pinsel gegriffen, ohne dass sie sich in einer Richtung festlegte. Willi Prösser in seiner Rede: „Doch dann kam Ulla Haßenpflug und überzeugte Ulla, ein Kunststudium aufzunehmen." Das war erst vor vier |ahren. Im Studium lernte die Altenaerin alle Techniken von abstrakt bis realistisch wie von Öl bis Acryl kennen.
In dieser Vielfalt präsentiert Ursula Buschmann auch ihre Werke bei ihrer ersten Einzelausstellung in Altena in der Reihe „Kunst im Krankenhaus". Ursula Buschmann liebt es poetisch zu malen. Und Poesie käme in den Bildern immer wieder stark zum Ausdruck, nannte Prösser in der Eröfhrungsrede seine Empfindungen.
Da Abstraktes wie Gegenständliches in den Werken gleichermaßen vorhanden ist, erhebt sich die Frage: Hat die Künstlerin ihren Stil schon gefunden? Ursula Buschmann: „Seinen eigenen Stil findetman nie, wenn man sich ständig weiterentwickeln will." Dazu zitiete Willi Prösser den Maler Max Ernst: „Ein Maler ist verloren, wenn er „seinen Stil" - findet."
INFO
Arbeiten bis zum 20. Juni zu sehen