
Bericht Altenaer Kreisblatt vom 17.09.2009
Struktur im Wechsel mit erdigen Farben
Monika Brüninghaus stellt aus: Besuch der neuen Ausstellung im Vinzenz-Foyer ist ein Muss für jeden Kunstfreund
Von Lydia Machelett
ALTENA • „Der Betrachter, der sich auf den kreativen Weg der Bilder einlässt, ist im Nu mittendrin“, erklärte Dr. Susanne Conzen. Die Kulturexpertin eröffnete am Dienstagabend eine ganz besondere
Ausstellung im Foyer des Altenaer Krankenhauses. Die Altenaer Künstlerin Monika Brüninghaus präsentiert dort bis November ihre Ausstellung „Querschnitte“.
Das Foyer hat schon so manch eine Ausstellungseröffnung erlebt, aber einen solchen Besucheransturm hatte es lange nicht gegeben. Angezogen von der außergewöhnlichen Kunst der Altenaerin strömten die Kunstbegeisterten in das Krankenhaus. 22 Werke präsentiert Monika Brüninghaus. 22 Werke, die sich nicht in eine Schublade stecken lassen. Alle unterscheiden sich in ihrer Art, ihrer Thematik und ihrer Entstehungsgeschichte.
„Wenn ich morgens anfange zu malen, weiß ich nie, was abends dabei herauskommt", erklärt die Künstlerin lachend. Ihre Inspiration holt sich Brüninghaus aus dem Alltag. „Mich inspiriert alles mögliche. Die meisten Ideen kommen mir bei Spaziergängen. Ich fotografiere sehr viel. Das Auge des Fotografen sieht vieles anders und so wächst die Inspiration in mir", erläuterte sie weiter.
Die Werke sind allesamt in einer Acryl-Mischtechnik entstanden, außerdem arbeitete Brüninghaus verschiedene Materialien mit ein. Durch die Hinzunahme dieser Materialien, wie beispielsweise Sand, Metall oder Spachtelmasse, entstehen faszinierende Strukturen, die dem Werk einen ganz besonderen Charme und Ausdruck verleihen. Dr. Susanne Conzen machte an dem Bild „Von der Mühsal, den Mond heimzubringen“ einen lnterpretationsansatz": Es geht hier um das nicht Darstellbare aus Seele und Menschlichem. Das Bild ist ein Sinnbild der Sehnsucht, wenn man sieht, wie die kleinen drahtigen Wesen dem Mond hinterher hasten.“
Monika Brüninghaus verwendet aber nicht nur unterschiedliche Materialien auf den Gemälden, sondern auch unterschiedlichste Träger, die zum Teil erst einmal aufwändig grundiert werden. „Das Einarbeiten unterschiedlichster Materialien ist ein Charakteristikum der Künstlerin. Die Bilder sind strukturiert im
Wechselspiel mit den erdigen Farben", erklärte Conzen weiter.
Monika Brüninghaus beweist mit dieser Ausstellung, dass sie ein Auge für das schöne und das Einzigartige im Detail hat. Was für viele Menschen einfach Schrott ist, das wird von ihr aufgenommen und somit in ein Kunstobjekt eingefasst. Bis die Arbeit fertig ist, dauert es eine Weile, denn zahlreiche Farbänderungen und Übermalungen machen das Werk erst zu dem, was es später ist.
Die Ausstellung ist ein Muss für alle Kunstbegeisterten und sicherlich eine der hochwertigsten, die die Besucher des Krankenhauses bisher gesehen haben. Bis zum 1. November können die Werke der Dahler Künstlerin noch im Foyer begutachtet werden.
Bericht Westfälische Rundschau vom 17.09.2009
Monika Brüninghaus präsentiert ihre Kunstausstellung - 60 Besucher ließen sich von den Werken faszinieren
Querschnitte im Krankenhaus
Johanna Ziomkowski
Altena. Am Dienstagabend präsentierte Monika Brüninghaus ihre Kunstausstellung „Querschnitte", die bis Anfang November im Foyer des St.-Vinzenz-Krankenhauses zu sehen ist. Während der Vernissage referierte Kunsthistorikerin Dr. Susanne Conzen.
Rahmen der Ausstellung ist das Projekt „Kunst im Krankenhaus", das schon seit Jahren Künstlern die Möglichkeit zur Präsentation ihrer Werke gibt. Besonders reizvoll an diesen Ausstellungen sei es, so Conzen, dass man die Macher der Werke oft näher kenne und somit einen persönlicheren Bezug zu ihren Gemälden habe. Die junge Künstlerin lernte zunächst den Beruf der Zahntechnikerin. Dies sei ein Beruf, der Vielseitigkeit und Kreativität fordere, man brauche einen Sinn für Formen und Farben, sowie viel Geduld und das Talent, mit verschiedenen Stoffen zu arbeiten. Diese ästhetisch-künstlerische Kreativität zeige sich auch in den Werken der Malerin, deren Weg in die Kunst mit plastischen Verarbeitungen begann, so Conzen.
Anfangs modellierte sie aus Ton, wobei sie schon da andere Materialien wie Draht einarbeitete. Diesen Ansatz nutzte sie auch für die Malerei, die nun seit etwa fünf Jahren den Kern ihrer Kunst ausmacht. Die Ausstellung zeigt ihre Acryl Gemälde, welche auf verschiedenen Trägern entstanden und die für ihren Stil charakteristischen Spuren vieler Materialien aufweisen. Prägnante Titel, die oft fantastisch wirken oder Gegensätze in sich vereinen, geben dem Betrachter ungewöhnliche Einblicke. Kaum darstellbare Motive, die menschliche Gefühle ausdrücken, stehen hinter Titeln wie „Von der Mühsal, den Mond heimzubringen".
Ein großes Talent Brüninghaus' sei ihr Gespür für die künstlerische Verwertbarkeit von Stoffen, die andere vielleicht als wertlos abtun würden. Als leidenschaftliche Fotografin habe sie ein Auge für interessante Motive gewonnen und mittlerweile seien oft banal wirkende visuelle Quellen wie eine aufgeschlagene Zeitung ihre Inspiration.