Krankenhaus

Vorwort

Das St. Vinzenz-Krankenhaus und das St. Vinzenz-Pflegeheim sind als katholisches Krankenhaus bzw. Pflegeheim caritative Einrichtungen der Kirche. Sie gründen auf dem Auftrag Jesu Christi zur Gottes- und Nächstenliebe und werden von der Katholischen Kirche als Lebens- und Wesensäußerung getragen Grundordnung für katholische Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen vom 05.11.96).   St. Vinzenz von Paul

Der Mensch steht in seiner Gesamtheit im Mittelpunkt unseres Handelns, auch wenn die Wirtschaftlichkeit im Dienstleistungsbereich Gesundheitswesen immer mehr an Bedeutung gewinnt, Uns ist bewusst, dass die Verantwortung, die uns übergeben wird, nur durch Geborgenheit, Führsorge und Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen, also durch Achtung seiner Persönlichkeit und Wahrung seiner Würde, übernommen werden kann.

Der wachsende Konkurrenzdruck innerhalb des Gesundheitswesens verlangt eine kontinuierliche Veränderung. Haben wir uns in der Vergangenheit fast ausschließlich auf den funktionellen Ablauf unserer Strukturen und Prozesse konzentriert, so rückt jetzt das Ergebnis unserer Arbeit aus Sicht der Patienten, der Mitarbeiter, wie auch des gesamten Krankenhauses immer mehr in den Mittelpunkt.

In Zukunft bilden ein berufsgruppen- und hierarchieübergreifendes Arbeiten, ein effizientes Gestalten unserer Abläufe sowie ein effektives Ergebnis der individuellen Qualität die Schwerpunkte.

Voraussetzung hierfür ist der sinnvolle und zweckmäßige Einsatz der vorhandenen Ressourcen im persönlichen wie auch im ökonomischen Bereich. Hierdurch können wir weiterhin konkurrenzfähig bleiben.

Die Behandlung und Pflege der uns anvertrauten Patienten kann nur im gemeinsamen Handeln aller im Krankenhaus Tätigen zur Befriedigung jedes einzelnen erfolgreich durchgeführt werden. Hierbei sind Freundlichkeit, Kompetenz und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Patienten genauso wichtig wie Kollegialität, Ehrlichkeit und Akzeptanz den anderen Berufsgruppen gegenüber.

Um eine gemeinsame Ausrichtung und damit verbunden eine einheitliche Zielsetzung für alle Mitarbeiter unseres Hauses haben, wurde eine Broschüre entwickelt. Sie dient allen Mitarbeitern, unabhängig von Stellung und Funktion, als Weisung und Richtschnur für ihr tägliches Wirken.

Jeder Mensch ist wertvoll

Wir begegnen unseren Patienten und ihren Angehörigen freundlich; wir nehmen ihre Erwartungen, Hoffnungen und Ängste ernst. Dies sehen wir in unseren Einrichtungen als eine Selbstverständlichkeit im zwischenmenschlichen Umgang.

  Hände

Wir gehen auf den Patienten und seine Angehörigen zu und kommen ihrem Gesprächsbedürfnis nach. Hierbei spielt das Verhältnis zwischen Nähe und Distanz eine entscheidende Rolle. Es gehört zu unseren Pflichten, die Bedürfnisse unserer Patienten und ihrer Angehörigen zu erkennen und diese, soweit es möglich ist, aufzugreifen. Für die hierbei notwendigen Gespräche nehmen wir uns Zeit und schaffen den nötigen Raum. Eine verständliche Sprache ist Voraussetzung einer Vertrauensbasis.

Wir sehen den Patienten als unseren Partner und gehen auf Wünsche und Kritik ein. Wir nehmen seine Aussagen ernst und setzen sie positiv für unsere Entwicklung ein.

Wir bewahren die Intimsphäre des Patienten. Wo es notwendig ist Grenzen zu überschreiten, geschieht das mit großer Sensibilität.

Wir begleiten Patienten und Angehörige in Krisensituationen, gehen ein Stück ihres Weges mit und geben Unterstützung. Das heißt aber auch, nicht den Weg für den Betroffenen gehen, sondern im therapeutischen Abstand zu bleiben, ohne die benötigte Nähe aufzugeben.

Wir stehen den sterbenden und ihren Angehörigen bei. An dieser Stelle muss die Trägerschaft und somit der Geist unseres Hauses besonders deutlich werden. Hierbei möchten wir uns bewusst von anderen Einrichtungen unterscheiden.

Wir bejahen und unterstützen die Krankenhausseelsorge als einen wesentlichen Auftrag unserer Einrichtungen. Sorge für die Seele ist Mitvoraussetzung für Heilung, Genesung oder die Auseinandersetzung mit dem Leiden. Die Krankenhausseelsorge ist bei uns ein Bestandteil des therapeutischen Teams. Auch die im Haus tätigen Ordensfrauen geben durch die Verbindung von geistlichem Leben und tätiger Sorge für die Patienten Zeugnis für die ganzheitliche Sicht des Menschen.

Wir orientieren uns an den aktuellen, aber auch den bewährten Prinzipien der medizinischen und pflegerischen Wissenschaft. Die Aktualität unseres Wissens, verbunden mit der Erfahrung, sichert unseren Patienten jene Versorgung, die sie erwarten dürfen.

Wir bewahren unsere Kompetenz durch ständige Aus-, Fort- und Weiterbildung. Alle drei Bereiche bauen aufeinander auf und sind nicht losgelöst voneinander zu betrachten. Deshalb schaffen wir Qualifikationsangebote und ermöglichen es unseren Mitarbeitern, daran teilzunehmen. Verständnis für einander fördert die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche zum Wohle der Patienten.

Wir respektieren die Grenzen unseres Handelns. Im Blick auf die Würde des Menschen setzen wir die medizinischen Mittel und Möglichkeiten verantwortlich ein.

Unsere Mitarbeiter sind uns wichtig

Wir bilden eine Dienstgemeinschaft. Dies beinhaltet die Wahrnehmung und Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters und seiner individuellen Leistung.

Wir praktizieren einen kooperativen Führungsstil. Das Vorleben der Kooperation als Haltung fördert die Eigenverantwortung eines jeden Mitarbeiters. Der Führungsstil wird dementsprechend unter Vermeidung von Willkür und ohne Ausnutzung der vorhandenen Hierarchien gelebt.

Wir informieren zeitnah und angemessen. Zur Erfüllung der gemeinsamen Aufgabe gilt die Information und Transparenz als Voraussetzung. Sie muss sachlich vollständig und so früh wie möglich erfolgen.

Wir übernehmen Verantwortung für eine positive Arbeitsatmosphäre. Positive Arbeitsatmosphäre kann nicht verordnet werden. Sie ist die Folge aus der Einstellung und dem Verhalten der Mitarbeiter, unabhängig von Stellung und Funktion.

Wir sind im Umgang offen und sprechen Probleme offen an. Nicht persönliche Verletzungen zuzufügen, sondern Ehrlichkeit und Sachlichkeit im Umgang mit Problemen bilden die Grundlage unseres Miteinanders.

Wir sind offen für Anregung und Kritik. Kritikfähigkeit bedeutet, Kritik zu formulieren, sie aber auch akzeptieren zu können. Sie dient der Entwicklung jedes einzelnen und trägt dazu bei, die Ziele des gesamten Unternehmens zu erreichen.

Wir erwarten Eigenverantwortung. Eigenverantwortung bildet die Basis der Gesamtverantwortung. Jeder ist an seinem Platz wichtig und macht damit den Erfolg unseres Krankenhauses aus.

Wir überwinden Abteilungsgrenzen. Von der Überwindung der Abteilungsgrenzen profitieren alle, Mitarbeiter wie Patienten. Die Kompetenz des anderen wird gesucht und im Sinne der Kooperation aller Bereiche eingesetzt. Tätigkeiten, die sich nur auf die Inhalte der eigenen Berufsgruppe beschränken, dienen nicht dem Ziel unserer Einrichtungen.

Wir schätzen die Mitarbeiter der ehrenamtlichen Krankenhaushilfe. Neben den verschiedenen Professionen innerhalb des Krankenhauses hat die ehrenamtliche Krankenhaushilfe eine besondere Bedeutung. Sie wirkt ergänzend und unterstützend. Sie ist Teil unserer Dienstgemeinschaft.

Das Krankenhaus ist Teil des Gesundheitssystems

Wir organisieren unsere Arbeitsabläufe patientenorientiert. Die patientengerechte Versorgung bildet im Zusammenspiel aller Fachabteilungen den Schwerpunkt unseres täglichen Handelns. Die Erfüllung der individuellen Bedürfnisse unserer Patienten sind Ansporn uns Ziel unseres gemeinsamen Wirkens.   Schwester mit Patientin

Wir setzen unsere Mittel kostenbewusst und verantwortlich ein. Kostenbewusstsein heißt nicht, sparen um jeden Preis, sondern verantwortlicher Umgang mit allen Materialien und Hilfsmitteln. Wirtschaftliches Handeln liegt in der Verantwortung eines jeden Mitarbeiters. Es trägt auch dazu bei, zukunftssichere Arbeitsplätze zu erhalten.

Wir schaffen Kostentransparenz. Die Kleinigkeiten des Alltages sind Kosten, die oft vergessen werden. Sie bilden jedoch mit anderen Faktoren die Aufwendungen für unsere tägliche Arbeit. Diese gilt es, transparent zu machen, um ein kostenbewusstes Arbeiten zu ermöglichen.

Wir praktizieren interne Zusammenarbeit. Nicht Überheblichkeit, sondern die Wertschätzung der anderen Abteilung lenkt unser Tun. Durch den wechselseitigen Nutzen voneinander und durch das Beschreiten des kleinen Dienstweges wird die Arbeitszufriedenheit erhöht und auch sichergestellt.

Wir müssen Überschüsse erzielen. Alle Überschüsse werden in unser Unternehmen reinvestiert und sichern dadurch jeden einzelnen Arbeitsplatz. Gleichzeitig wollen wir aufgrund unserer gesellschaftlichen Verantwortung neue Arbeitsplätze schaffen.

Wir beachten den Schutz unserer Umwelt. Als Unternehmen des Gesundheitswesens sind wir dem Umweltschutz besonders verpflichtet. Von daher ist der bewusste Einsatz von natürlichen Ressourcen sowie die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften grundsätzliche Bedingung allen Handelns.

Wir haben einen hohen Anspruch

Wir arbeiten kundenorientiert. Neben den Patienten verstehen wir auch die einweisenden Ärzte, Krankenkassen, Rettungsdienste und andere als Kunden. Zur Kundenorientierung gehört auch, Termine einzuhalten und Wartezeiten zu verkürzen.

Wir sichern unseren Anspruch durch ein umfassendes Qualitätsmanagement. Den Maßstab unserer Qualität setzt der Patient als Kunde unseres Krankenhauses.

Wir verbessern ständig unsere Qualität, um zukunftsfähig zu bleiben. Hierbei ist es Ziel aller, aktiv an der Optimierung der Arbeitsabläufe mitzuwirken. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Patienten.

Wir stellen uns dem Wettbewerb des Gesundheitswesens. Ausgangsbasis bildet die Zufriedenheit unserer Patienten.

Wir verpflichten uns zur ständigen Weiterentwicklung.

Wir stellen unser Angebot und unsere Leistungen öffentlich dar. Wir pflegen den Kontakt zur Presse und Öffentlichkeit und entsprechen ihrem Informationsbedürfnis, soweit es die Sorge um den Patienten zulässt.

Ein Ziel ist es, Fehler zu vermeiden. Dieses erhöht nicht nur die Qualität unserer Arbeit, sondern senkt auch unsere Kosten. Sollten Fehler auftreten, werden diese behoben. Zugleich setzen wir unsere Anstrengungen darauf, Ursachen aufzudecken und zu beseitigen.

Die Qualität unserer Arbeit wird neben der Patienten- und Mitarbeiterorientierung auch von den Kosten und den Nutzen unserer erbrachten Leistung beeinflusst. Uns ist bewusst, dass sich diese Aspekte gegenseitig nicht ausschließen dürfen. Mit vollem Engagement werden wir uns dieser Herausforderung stellen.

Die Grundsätze und Leitlinien wurden erarbeitet von Mitarbeitern des St. Vinzenz-Krankenhauses und des St. Vinzenz-Pflegeheimes:
Ulrike Eller, Schwester M. Herigund, Marie-Luise Langhammer, Hans-Helmut Mahr, Rita Pfeiffer, Klaus Schäpertöns, Monika Schmidt.

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